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Veranstaltungsvorschau für das Jahr 2012 hier.


   Schloss Arenfels - das bedeutendste Kulturdenkmal Bad Hönningens

Zum Bericht der Jahreshauptversammlung 2011 hier klicken.    

 

Nachstehend Ankündigungen/Berichte:

- Broschüre Flursteine im Hohen Haus


 Flur- oder Grenzsteine aus der Hönninger Gemarkung

Es ist dem 1993 verstorbenen Bad Hönninger Bürger Franz Gülden zu verdanken, dass der Besucher im Hofraum des Hohen Hauses eine stattliche Sammlung von Flur- oder Grenzsteinen - eine Dauerleihgabe der Stadt - betrachten kann. Welch ein Schatz an Klein-Denkmälern zu der Geschichte unserer Stadt. Der Heimatverein hat dazu eine ansprechende Schrift herausgegeben. Die Originaltexte von Franz Gülden, mit vielen interessanten Hinweisen zu den Steinen und der Stadtgeschichte, wurden von Josef Frömbgen und Willi Schüller mit umfangreichem Bildmaterial zusammengestellt. Eine wahre Fundgrube für einen Blick in die Besitzverhältnisse in Hönningen über Hunderte von Jahren.

Die Broschüre ist im örtlichen Buchhandel erhältlich.

Nächste Veranstaltung im Weinkeller des Heimatmuseums

Tatort Rheinischer Westerwald

Kriminalgeschichten

am 13. April 2012

um 19:30 Uhr

Historische Tatorte im rheinischen Westerwald

 

Vortrag von Hermann-Josef Löhr im Hohen Haus

 

BAD HÖNNINGEN  Heimatforscher Hermann-Joseph Löhr(Breitscheid) stellt sein  neuestes Buch“ 41 Historische Tatorte im rheinischen Westerwald“ im Weinkeller Hohes Haus, Hauptstraße 162, Bad Hönningen vor. Das Buch begibt sich  auf Spurensuche zu markanten Tatorten, so auf den Steinbruch Hargarten, aus dem der Willy-Brandt Spion Günter Guillaume seine verräterischen Funksprüche in die DDR sendete oder die Königswinterer Ofenkaulen, ein Höhlensystem, in dem sich Deutschlands meistgesuchter Schwerverbrecher Horst Dieter Freese 1962 versteckte, aber auch zu abgeschiedenen Orten. WDR und SWR haben mittlerweile mit Hermann-Joseph Löhr einzelne Tatorte aufgesucht und drei Tatorte im Fernsehen vorgestellt.

Zu den 41 Tatorten gehören  Plätze in Feld, Wald und Flur, die menschliche Schicksale erlebten, teilweise sogar Kriminal-Geschichte geschrieben haben. Darunter fallen sehr gewalttätige Diebstähle, wie sie auch heute immer wieder geschehen, darunter fallen aber auch grausame Morde. Manche Orte der Hexenverbrennung im 17. Jahrhundert wurden absichtlich wie eine Theaterbühne gewählt. Sie waren Schauplätze zur Hinrichtung von Menschen, verbrämt unter religiösen Motiven. Hinrichtungsstätten und Galgenplätze, aber auch manche Hexentanzplätze und die alten Quellen und Opferstätten keltischer Druiden werden aufgesucht.  Das Buch greift Berichte lokaler Heimatforscher auf, an welch schaurigen Plätzen sich Menschen in den vergangenen Jahrhunderten ermordeten, oder weshalb es 1919 zum Doppelmord im Neustädter Gemeindeteil Rahms kam und wie der 1925 vom Neuwieder Schwurgericht zum zweifachen Tod verurteilte Doppelmörder Jakob Hoppen aus Breitscheid ausgerechnet im Dritten Reich von den Nazis rehabilitiert wurde. Neue Hintergründe werden aufgedeckt.

Mehrere Kapitel führen zu den Tatorten des „Fetzers“, ein im Rechtsrheinischen agierendes Pendant zum linksrheinischen Schinderhannes. Der rechtsrheinische Räuberhauptmann „Fetzer“ stahl und mordete zwischen Niederpleis, Wellesberg, Bad Hönningen, Vettelschoß, Daaden oder Linz bis hin nach Steimel. Er befreite Anfang des 19. Jahrhunderts in Engers seinen Kumpel, den „scheelen Jickjack“ sensationell aus dem städtischen Kerker. Ein Hönninger Jude war für ihn als Hehler tätig.                       

Jedes begangene Verbrechen hat seine Ursachen. Die Rekatholisierung der Kirchenstaaten Köln oder Trier nach Luthers Reformation von 1517 war beispielsweise mit eine der Ursachen für die Hexenverfolgungen. Verstärkt in Erpel, Bruchhausen, Leubsdorf, Linz, Dierdorf, Friesenhagen oder Wissen wurden Menschen als Hexeriche und Hexen verfolgt.. Die Dierdorfer Hexenverfolgung zeigte, dass auch Protestanten nicht vor der grausamen Verfolgung von Mitbürgerinnen und Mitbürgern zurückschreckten.

Die Region des rheinischen Westerwaldes besitzt historische Besonderheiten, beispielsweise durch die historische Handelsstraße von Belgien nach Prag (heutige B 8), die durch den rheinischen Westerwald führt. Französische Revolutionstruppen kämpften gegen Österreicher in Altenkirchen, Buchholz, Höchstenbach oder Kircheib 1796. Zwischen Buchholz und Kircheib starben nahezu 2.000 Männer für die Ideologien von Militaristen. Bei Höchstenbach erschoss 1796 vermutlich ein gebürtiger Neuwieder Scharfschütze den erst 27-jährigen französischen General Marceau. Die lange Anwesenheit französischer Besatzung im Westerwald provozierte sogar das Entstehen der Freischärlerbande des Balzar von Flammersfeld. Räuber, die vor der französischen Polizei aus dem Rheintal flohen, nutzten dagegen den rheinischen Westerwald plötzlich als Rückzugsraum. Aber auch ein Neuwieder Kaufmann meinte, in Daaden einen sicheren Standort nutzen zu können, um Wertsachen und Geld vor den Franzosen zu verstecken.

Berichtet wird, wie es einer Falschmünzerbande im 19.Jahrhundert in einer Mühle in Kirchen (Sieg) gelang, Millionen zu verdienen.

Bei Kurtscheid töteten sich zwei Schwestern aus Eifersucht. Bei Wissen brachten sich zwei Brüder um, weil sie nur noch Tabak für eine einzige Pfeife hatten. In Rheinbrohl wurde 1945 ein Schreinermeister von einem US-Soldaten getötet, weil er versuchte, die Vergewaltigung seiner Tochter zu verhindern. Im Wald zwischen Großmaischeid und Isenburg steht ein Denkmal für den im 19. Jahrhundert angeblich ermordeten Bauern Johannes Becker II.                                                                                                                                          Am Ende eines jeden Kapitels führen Steckbriefe den neugierig Gewordenen zu den Tatorten hin. Zwischen Kirchen/Sieg, Asbach, Koblenz und Königswinter gibt es mannigfaltige Anregungen für Ausflüge und Wanderungen unter einer besonderen Themenstellung. Abwechslungsreiches Wandern wird ermöglicht, gerade weil einige Tatorte sehr versteckt liegen. Auch weniger Ortskundige werden so die Tatorte im rheinischen Westerwald finden. Das Buch schlägt vor, die einzigartig spannende Landschaft des Rheinischen Westerwaldes einmal aus dieser ganz besonderen Sicht kennen zu lernen. Im Mittelpunkt stehen daher Lebensumstände der Menschen in den verschiedenen Jahrhunderten.

Das Buch blickt von Betzdorf über Daaden, Kirchen oder Wissen bis nach Koblenz und Königswinter. Das Buch stellt insgesamt 41 solcher historischer Schauplätze im Rheinischen Westerwald und die Geschichten, die sich dort zutrugen, vor.

Der Heimatforscher Hermann-Josef Löhr hält seinen Vortrag, untermalt mit Bildmaterial,

auf Einladung des Heimatvereins Bad Hönningen im Weinkeller des Hohen Hauses

in Bad Hönningen, Hauptstrasse 162, am Freitag, den 13. April 2012, um 19.30 Uhr.

Vereinsmitglieder, Bürger und Gäste sind zu diesem spannenden Vortrag sehr

herzlich eingeladen.

 


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