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Nachstehend Ankündigungen/Berichte: - Broschüre Flursteine im Hohen Haus
Flur- oder Grenzsteine aus der Hönninger Gemarkung Es ist dem 1993 verstorbenen Bad Hönninger Bürger Franz Gülden zu verdanken, dass der Besucher im Hofraum des Hohen Hauses eine stattliche Sammlung von Flur- oder Grenzsteinen - eine Dauerleihgabe der Stadt - betrachten kann. Welch ein Schatz an Klein-Denkmälern zu der Geschichte unserer Stadt. Der Heimatverein hat dazu eine ansprechende Schrift herausgegeben. Die Originaltexte von Franz Gülden, mit vielen interessanten Hinweisen zu den Steinen und der Stadtgeschichte, wurden von Josef Frömbgen und Willi Schüller mit umfangreichem Bildmaterial zusammengestellt. Eine wahre Fundgrube für einen Blick in die Besitzverhältnisse in Hönningen über Hunderte von Jahren. Die Broschüre ist im örtlichen Buchhandel erhältlich. Nächste Veranstaltung im Weinkeller des Heimatmuseums Tatort Rheinischer Westerwald Kriminalgeschichten am 13. April 2012 um 19:30 Uhr
Historische Tatorte im rheinischen Westerwald
Vortrag von Hermann-Josef Löhr im Hohen Haus
BAD HÖNNINGEN
Heimatforscher Hermann-Joseph Löhr(Breitscheid) stellt sein
neuestes Buch“ 41 Historische Tatorte im rheinischen Westerwald“
im Weinkeller Hohes Haus, Hauptstraße 162, Bad Hönningen
vor. Das Buch begibt sich auf
Spurensuche zu markanten Tatorten, so auf den Steinbruch Hargarten, aus dem der
Willy-Brandt Spion Günter Guillaume seine verräterischen Funksprüche in die DDR
sendete oder die Königswinterer Ofenkaulen, ein Höhlensystem, in dem sich
Deutschlands meistgesuchter Schwerverbrecher Horst Dieter Freese 1962
versteckte, aber auch zu abgeschiedenen Orten. WDR und SWR haben mittlerweile
mit Hermann-Joseph Löhr einzelne Tatorte aufgesucht und drei Tatorte im
Fernsehen vorgestellt.
Zu den 41
Tatorten gehören Plätze in Feld, Wald und
Flur, die menschliche Schicksale erlebten, teilweise sogar Kriminal-Geschichte
geschrieben haben. Darunter fallen sehr gewalttätige Diebstähle, wie sie auch
heute immer wieder geschehen, darunter fallen aber auch grausame Morde. Manche
Orte der Hexenverbrennung im 17. Jahrhundert wurden absichtlich wie eine
Theaterbühne gewählt. Sie waren Schauplätze zur Hinrichtung von Menschen,
verbrämt unter religiösen Motiven. Hinrichtungsstätten und Galgenplätze, aber
auch manche Hexentanzplätze und die alten Quellen und Opferstätten keltischer
Druiden werden aufgesucht. Das Buch
greift Berichte lokaler Heimatforscher auf, an welch schaurigen Plätzen sich
Menschen in den vergangenen Jahrhunderten ermordeten, oder weshalb es 1919 zum
Doppelmord im Neustädter Gemeindeteil Rahms kam und wie der 1925 vom Neuwieder
Schwurgericht zum zweifachen Tod verurteilte Doppelmörder Jakob Hoppen aus
Breitscheid ausgerechnet im Dritten Reich von den Nazis rehabilitiert wurde.
Neue Hintergründe werden aufgedeckt.
Mehrere Kapitel
führen zu den Tatorten des „Fetzers“, ein im Rechtsrheinischen agierendes
Pendant zum linksrheinischen Schinderhannes. Der rechtsrheinische
Räuberhauptmann „Fetzer“ stahl und mordete zwischen Niederpleis, Wellesberg, Bad
Hönningen, Vettelschoß, Daaden oder Linz bis hin nach Steimel. Er befreite
Anfang des 19. Jahrhunderts in Engers seinen Kumpel, den „scheelen Jickjack“
sensationell aus dem städtischen Kerker. Ein Hönninger Jude war für ihn als
Hehler tätig.
Jedes begangene
Verbrechen hat seine Ursachen. Die Rekatholisierung der Kirchenstaaten Köln oder
Trier nach Luthers Reformation von 1517 war beispielsweise mit eine der Ursachen
für die Hexenverfolgungen. Verstärkt in Erpel, Bruchhausen, Leubsdorf, Linz,
Dierdorf, Friesenhagen oder Wissen wurden Menschen als Hexeriche und Hexen
verfolgt.. Die Dierdorfer Hexenverfolgung zeigte, dass auch Protestanten nicht
vor der grausamen Verfolgung von Mitbürgerinnen und Mitbürgern zurückschreckten.
Die Region des
rheinischen Westerwaldes besitzt historische Besonderheiten, beispielsweise
durch die historische Handelsstraße von Belgien nach Prag (heutige B 8), die
durch den rheinischen Westerwald führt. Französische Revolutionstruppen kämpften
gegen Österreicher in Altenkirchen, Buchholz, Höchstenbach oder Kircheib 1796.
Zwischen Buchholz und Kircheib starben nahezu 2.000 Männer für die Ideologien
von Militaristen. Bei Höchstenbach erschoss 1796 vermutlich ein gebürtiger
Neuwieder Scharfschütze den erst 27-jährigen französischen General Marceau. Die
lange Anwesenheit französischer Besatzung im Westerwald provozierte sogar das
Entstehen der Freischärlerbande des Balzar von Flammersfeld. Räuber, die vor der
französischen Polizei aus dem Rheintal flohen, nutzten dagegen den rheinischen
Westerwald plötzlich als Rückzugsraum. Aber auch ein Neuwieder Kaufmann meinte,
in Daaden einen sicheren Standort nutzen zu können, um Wertsachen und Geld vor
den Franzosen zu verstecken.
Berichtet wird,
wie es einer Falschmünzerbande im 19.Jahrhundert in einer Mühle in Kirchen
(Sieg) gelang, Millionen zu verdienen.
Bei Kurtscheid töteten sich zwei Schwestern aus Eifersucht. Bei Wissen brachten
sich zwei Brüder um, weil sie nur noch Tabak für eine einzige Pfeife hatten. In
Rheinbrohl wurde 1945 ein Schreinermeister von einem US-Soldaten getötet, weil
er versuchte, die Vergewaltigung seiner Tochter zu verhindern. Im Wald zwischen
Großmaischeid und Isenburg steht ein Denkmal für den im 19. Jahrhundert
angeblich ermordeten Bauern Johannes Becker II.
Am Ende eines jeden Kapitels führen Steckbriefe den neugierig Gewordenen
zu den Tatorten hin. Zwischen Kirchen/Sieg, Asbach, Koblenz und Königswinter
gibt es mannigfaltige Anregungen für Ausflüge und Wanderungen unter einer
besonderen Themenstellung. Abwechslungsreiches Wandern wird ermöglicht, gerade
weil einige Tatorte sehr versteckt liegen. Auch weniger Ortskundige werden so
die Tatorte im rheinischen Westerwald finden. Das Buch schlägt vor, die
einzigartig spannende Landschaft des Rheinischen Westerwaldes einmal aus dieser
ganz besonderen Sicht kennen zu lernen. Im Mittelpunkt stehen daher
Lebensumstände der Menschen in den verschiedenen Jahrhunderten.
Das Buch blickt von Betzdorf über Daaden, Kirchen oder Wissen bis nach Koblenz
und Königswinter. Das Buch stellt insgesamt 41 solcher historischer Schauplätze
im Rheinischen Westerwald und die Geschichten, die sich dort zutrugen, vor.
Der Heimatforscher Hermann-Josef Löhr hält seinen Vortrag, untermalt mit
Bildmaterial,
auf Einladung des Heimatvereins Bad Hönningen im Weinkeller des Hohen Hauses
in Bad Hönningen, Hauptstrasse 162, am Freitag, den 13. April 2012, um 19.30
Uhr.
Vereinsmitglieder, Bürger und Gäste sind zu diesem spannenden Vortrag sehr
herzlich eingeladen.
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